Glossar
Aloe vera
Antwort
Die Echte Aloe (Aloe vera, Syn.: Aloe perfoliata var. vera L. (basionym), Aloe barbadensis Mill., Aloe indica Royle, nom. nud., Aloe vulgaris Lam., Aloe chinensis (Haworth) Baker), auch Curacao-Aloe, Wüstenlilie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Aloen (Aloe) in der Familie der Affodillgewächse (Asphodelaceae). Sie gehört zu den Aloe-Arten, die zur inneren und äußeren Anwendung verwendet werden können, daneben gibt es u.a. auch Kap-Aloe (Aloe ferrox), Barbados-Aloe, Socotra-Aloe, Venezuela-Aloe, Zanzibar-Aloe.
In der pharmazeutischen und kosmetischen Verwendung ist sie fast ausschließlich unter ihren synonymen wissenschaftlichen Namen Aloe vera bzw. Aloe barbadensis bekannt.
Die ursprüngliche Heimat dieser Art sind die Kanarischen Inseln. Kultiviert werden sie auch in anderen Trockengebieten zum Beispiel auf den Balearen und anderen Gebieten in Europa sowie in Afrika und Amerika. Sie sind frostempfindlich, können aber sehr gut im eigenen Garten gezogen und im Winter im Haus gehalten werden. Zur inneren Anwendung sollten Aloe vera-Pflanzen kommen, die etwa 3 bis 4 Jahre alt sind. Dann entwickeln sie die größte Wirkung.
Aloe-vera-Gelee
Einer der Hauptwirkstoffe ist das Acemannan, ein langkettiges Polysaccharid. Diese Substanz aktiviert in In-Vitro-Experimenten das Immunsystem, schützt die Zellmembranen und ist antibakteriell, antiviral und antimykotisch wirksam. Diese Substanz, die in der Zahnmedizin auch als Gebisskleber genutzt wird, kann jedoch nur über den Magen-Darm-Trakt in den Körper aufgenommen werden, wenn als natürlicher Bestandteil das reine Blattmark verwendet wird.
Nachfolgend sind die Anwendungsgebiete genannt, die derzeit für Aloe-vera-Gele beansprucht werden. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit für diese Gebiete wurden jedoch nur in den seltensten Fällen angestellt. Im Gegensatz dazu gibt es hunderte von Erfahrungsberichten aus der Anwendung als innerliches und äußerliches Hausmittel.
Äußerliche Anwendung: bei Abszessen, Akne, Fußpilz, Neurodermitis, Herpes, schlecht heilende Wunden, Prellungen (Blaue Flecken), Ekzemen, Schuppen, Haarausfall. Zur Linderung von kleinen Verbrennungen (z. B. Sonnenbrand) oder Neurodermitisbeschwerden dient Aloe vera als Hausmittel. Dazu können einige Zentimeter eines Blattes abgeschnitten, die Kanten entfernt und das Blatt quer geteilt werden. Das Gel kann dann direkt auf die Haut aufgetragen oder, wenn eine längere Einwirkung erwünscht ist, kann das Blatt mit einem Verband fixiert werden. Die Wirksamkeit von Aloe vera Linné bei äußerer (und innerer) Anwendung wird derzeit kontrovers diskutiert.
Schock: Tierexperimentelle Daten zeigen, dass ein polymeres Kohlenhydrat aus dem schleimigen Pflanzensaft bei dem durch starken Blutverlust bedingten Schock kreislaufstabilisierend und durch den Zeitgewinn sogar lebensrettend wirken könnte.
Immunmodulatorische Wirksamkeit: Zur Stärkung des Immunsystems bei Erkältung, aber auch bei AIDS und Krebs, werden Aloe-vera-Gele beworben. Im Gegensatz zu ihrer nachgewiesenen immunmodulatorischen in-vitro-Wirkung, konnte in klinischen Studien ihre Unwirksamkeit bei Menschen mit AIDS oder verschiedenen Krebsformen gezeigt werden.
Weitere Anwendungsbereiche: Arthritis, Gicht, Ischias, Fibromyalgie, Rheuma und bei Problemen des Magens, der Niere und der Bauchspeicheldrüse sowie bei Arteriosklerose und Angina Pectoris. Wissenschaftliche Belege der Wirksamkeit für diese Anwendungsgebiete fehlen allerdings.