Glossar
Chlor
Antwort
Das chemische Element Chlor (Symbol: Cl) gehört zur Gruppe der Halogene und kommt in der Natur nicht frei , sondern nur in Form von Verbindungen vor (Steinsalz oder Kochsalz = Natriumchlorid NaCl). Es wird aus den Verbindungen durch Chlor-Alkali-Elektrolyse freigesetzt. Daneben fällt als weiteres Produkt Natronlauge an. Ursprünglich wurde die Chlor-Alkali-Elektrolyse zur Gewinnung von Natronlauge entwickelt, Chlor war das eigentlich unerwünschte Nebenprodukt. Dann haben sich die Verhältnisse umgekehrt.
Der überwiegende Teil des Chlors wurde zur Produktion chlororganischer Verbindungen wie chlorierte Kohlenwasserstoffe, PVC oder Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in der chemischen Industrie weiter verwendet. Ein weiteres Einsatzgebiet ist z.B. die Desinfektion von Wasser (Trinkwasserchlorung, Chlorung in Schwimmbädern). Die desinfizierende Wirkung bestimmter Chlorverbindungen (Hypochlorite) wird in einigen Sanitärreinigern ausgenutzt. Hier ist besondere Vorsicht angebracht: Bei gleichzeitiger Verwendung saurer Reiniger kann es zur Freisetzung von Chlorgas kommen!
Chlorgas und bestimmte Chlorverbindungen haben auch eine bleichende Wirkung (Chlorbleiche z.B. von Zellstoff). Chlor kann beim Einatmen aufgrund seiner stark ätzenden Wirkung zu schweren Schädigungen der Lunge führen. Durch die Verwendung von elementarem Chlor oder sehr reaktiver Chlorverbindungen können gemeinsam mit organischen Stoffen Sekundärschadstoffe wie z.B. Chloroform und Dioxine entstehen. So ist z.B. bei der Chlorbleiche von Zellstoff das Abwasser mit diesen Schadstoffen belastet, obwohl sie selbst in der Produktion gar nicht eingesetzt wurden. Dioxine können auch als Verunreinigungen im Produkt selbst zurückbleiben (z.B. in chlorgebleichten Zeitungs-, Hygiene- und Filterpapieren) mit den entsprechenden direkten Einwirkungsmöglichkeiten auf den Menschen und der dann unvermeidlichen Weiterverbreitung dieser Umweltschadstoffe.